Abstract

CO2-Bilanzierung von Bauprojekten

Neue Managementaufgaben am Beispiel des Überseequartiers-Süd

Wenn von CO2-Einsparungen gesprochen wird denken viel sofort an Energieerzeugung und Mobilität. Dass wir durch die Errichtung von Bauprojekten ebenfalls zum CO2-Ausstoß beitragen steht dabei nicht sofort im Vordergrund. Bereits 2016 wurde die Einführung eines Benchmarks für den weltweiten Vergleich aller Bestandsund
Bauprojekte zur Reduzierung des CO2 Ausstoßes bis 2030 um 50% im gesamten Lebenszyklus inkl. Bau- und Betriebsphase sowie der zugehörigen Verkehrsaufkommen eingeführt.
Durch die konsequente Bewertung des CO2-Ausstoßes während der Bauphase wird im Projekt Westfield Hamburg im Überseequartier Süd der ökologische Fußabdruck regelmäßig überprüft. Dabei werden nicht nur die Mengen der verwendeten Materialien aktualisiert, sondern auch innovative Ideen bewertet und deren Implementierungsmöglichkeiten abgeschätzt.
In Workshops mit den Planerteams der verschiedenen Gebäude werden Optimierungen erarbeitet; dabei geht es um die geplanten Materialien oder die Bewertung verschiedener Ausführungsvarianten. Eine vereinfachte Ökobilanzierung dient als schnelle Entscheidungshilfe. Zusätzlich werden die Zertifizierungen nach BREEAM und DGNB als zusätzliches Managementtool genutzt, die neben den Aspekten der CO2-Reduzierung auch noch andere Bereiche des nachhaltigen Bauens bewerten und die Gesamtperformance des Bauprojektes zu verbessern helfen. Eine CO2-Bilanzierung kann auf jeden Fall als neue Managementaufgabe für die Vorbereitung einer möglichen Einführung einer CO2-Steuer auch für den Gebäudesektor betrachtet werden.

Thomas Kleist

Dipl.-Ing. Thomas Kleist
Senior Construction Manager
Unibail-Rodamco-Westfield